Tiere helfen Kindern 

 

Kinderglück hat viele Namen. 

Vor allen Dingen: mit einem Tier im Haus zusammen groß zu werden.


Denn Kinder lieben Tiere: Sie haben es immer getan, ein echtes, wirkliches, lebendiges Tier, das mit ihnen lebt, das für sie lebt und für das sie leben können – solch ein Tier braucht keine Konkurrenz der Fernsehhelden zu fürchten. Denn TV-Stars kann man nicht anfassen und streicheln, man kann nicht mit ihnen schmusen, toben oder spielen. Der Bildschirm zeigt nämlich nur Phantasiegestalten, blutleer, ohne Realität und wirkliches Erleben, was letztlich nur mit allen Sinnen möglich ist.
Eine Freundschaft besonderer Art


Wie abenteuerlich, lebendig, ideenvoll ist dagegen ein wirkliches Tier! 

 

Das einen anschaut.

Das man lieb haben kann, für das man auch als Kind schon Verantwortung übernehmen kann – und muss!

Das mit einem spielt und einem vorspielt, ein Tier, das einem vertraut und dem
man sein ganzes Kinderherz anvertrauen kann. Ja, richtig: sein ganzes Kinderherz.

Auch wenn manche Eltern das kaum glauben mögen und drauf verweisen, dass ein Tier niemals Mutter oder Vater, Bruder oder Schwester ersetzen kann – es kann dennoch zum Freund werden, der das Leben mit Zutrauen und Zuneigung bereichert.
 

Noch niemals haben Kinder so sehr Tiere gebraucht wie in der Zeit, in der wir leben.

 

Vor allem in Städten heißt Kindheit: eingeschlossen zu sein zwischen Beton und Straßen, Natur nur noch aus zweiter Hand kennen zu lernen. Kaum noch Spielmöglichkeiten und
Bewegungsanlässe zu finden, den natürlichen Rhythmus von Liebe und Zeugung, Geburt, 
Aufwachsen, Vergehen und Tod nur noch von ferne wahrzunehmen.

Ein Tier, ganz egal ob Wellensittich oder Neufundländer, Meerschweinchen oder Hauskatze, bringt einem Kind dieses Erleben wieder nahe, führt es an die Natur und ihren Ablauf ganz spielerisch wieder heran.

Wie wichtig ein Tier für ein Kind sein kann, davon wissen erfahrene Eltern genauso wie
Pädagogen und Psychologen zu berichten: Wie der Vierjährige mit dem Familienhund tollt, wie die Fünfjährige sich mit der Katze einkuschelt und ihr Wichtiges ins Ohr flüstert, wie der Sechsjährige seinem Wellensittich einige Wörter beibringt, wie der Siebenjährige sein Meerschweinchen liebevoll krault. Vielleicht brauchen sich beide, Kinder und Tiere, ganz unbewusst auch deshalb, weil sie beide in unserer Gegenwart Bedrängung erfahren. „Die seelische Hygiene ist heute besonders bedroht“, stellt etwa der Deutsche Kinderschutzbund fest, „das zeigt sich gleichermaßen am Beispiel von Kindern und Tiere. Beide brauchen Fürsprecher, die sie vor Schaden bewahren und ihnen helfen, damit sie sich naturgemäß entwickeln können“.
Das freudige Gefühl, erwartet zu werden
Und beide genießen die Nähe, die sie sich gegenseitig geben. Wie sich wohl jener
Viertklässler fühlt, der mittags von der Schule nach Haus in eine leere Wohnung kommt, weil beide Eltern berufstätig sind – und zum Beispiel von einer verschmusten Katze namens Minka freudig empfangen wird? Die leere Wohnung füllt sich mit einem Male, hier ist jemand, der unserem Kind sagt und zeigt: „Schau, du wirst erwartet. Du bist nicht allein.“
Es sind diese kleinen Botschaften von Zuneigung, Freude und Zärtlichkeit, die das Leben
mit einem Tier für Kinder so bereichern. Wie sich auch unangenehme Situationen aufhellen, wenn ein Tier beiseite steht, schildert Prof. Dr. Reinhold Bergler, Psychologisches Institut der Universität Bonn: „In Englisch hat es eine Fünf gehagelt, die Paukerin war mies drauf, der Freund doof – und dann zu Hause niemand, bei dem man den Frust loswerden kann: Nur der Zettel, dass die Pizza zum Aufwärmen im Kühlschrank steht.“ Prof. Bergler weiß aus seiner wissenschaftlichen Erfahrung: „Wenn dann ein Tier da ist, kompensiert es viel und tröstet.“
Natürlich kann keine Katze die Mutter, kein Hund den Vater ersetzen. Aber als Mitglied
der Familie bereichert ein Tier immer wieder das alltägliche Leben und bereitet unglaublich viel Freude. Denn immer gibt es etwas zu berichten und häufig was zu lachen: „Stellt euch vor, was die Minka heute wieder angestellt hat ...“ – so beginnen viele Gespräche in Familien, die mit Tiere leben. Und das sind Familien, in denen – im Gegensatz zu den meisten anderen – auch heutzutage viel gesprochen wird. Weil es immer wieder was zu bereden gibt – nicht zuletzt über den tierischen Hausgenossen.


Heimtiere fördern die positive Entwicklung


Immer mehr Eltern wird bewusst, wie wichtig ein Tier für die Entwicklung ihrer Kinder
sein kann. Vor allem dann, wenn sie selbst mit Hund oder Katze, Meerschweinchen oder
Wellensittich aufgewachsen sind. Ihr Gefühl täuscht diese Eltern nicht. Die Statistik gibt
ihnen recht. Eine Untersuchung bei Grundschulkindern ergab nämlich, dass sich Kinder, die mit einem Heimtier aufwachsen – und das sind immerhin 45 Prozent – positiver entwickeln als andere. Ihre Lehrer, so eine repräsentative Umfrage von Prof. Bergler, stellte fest, dass sie weniger aggressiv sind, sich besser mit Mitschülern vertragen, ein ausgeprägteres Sozialverhalten und mehr Verantwortungsbewusstsein zeigen und überdies seelisch ausgeglichener, fröhlicher und einfühlsamer sind – alles Verhaltensweisen, die Kind und Tier im Aufwachsen miteinander entwickeln und pflegen.

 

 

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